Bedeutung von Bindung

Der Begriff der Bindung beschreibt umgangssprachlich eine stabile, vertraute, warme Beziehung zu einem anderen Menschen im Sinne einer tiefen Verbindung. Die Fähigkeit dazu entwickelt ein Kind im vertrauten Umfeld, mit Mutter, Vater, der Hauptbezugsperson und weiteren nahen Personen. Diese Bindungs-Fähigkeit ist Basis für seelische Gesundheit und Lebensglück.

      

Die „Bindungstheorie“  beschreibt mit dem Begriff die Situation, dass sich die Bindungsperson gegenüber dem Kind verlässlich, vertraut und verfügbar verhält. Das Kind erlebt diese Person als wohlwollend und größer, stärker sowie weiser. Das Kind unterscheidet im Laufe seiner Entwicklung zwischen vertrauten Personen, die sich aber nur begrenzt verlässlich verhalten oder verfügbar für die eigenen Bedürfnisse sind und verlässlichen Personen wie z.B. die Großeltern oder die ErzieherIn, die im günstigen Fall neben den Eltern zu Bindungspersonen werden können. Mit diesen kann das Kind die Erfahrung machen, Hilfe zu bekommen, wenn es in Not oder verunsichert ist.

Bindung ist wichtig für die wertvollen Erfahrungen des kleinen Kindes:

•  Ich kann mich auf nahe Menschen verlassen! (Verbundenheit, Urvertrauen)

•  Wenn ich Hilfe brauche, weiß ich, wie ich mein Bedürfnis zeige. (Kommunikative Fähigkeiten)

•  Ich bin es wert, dass sich jemand meiner annimmt! (Selbstwertgefühl)

Was ein Baby braucht um eine sichere Bindung zu entwickeln

Damit ein Baby eine sichere Bindung entwickeln kann müssen Bindungsperson und Kind zueinander passende Bewältigungs-Strategien entwickeln. Jedes Kind ist individuell empfindsam oder robust. Auch jede Mutter und jeder Vater ist anders. Wichtig ist, dass die Bindungsperson für dieses Kind ausreichend oft und ausreichend passend reagiert.

 

Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer sichern Bindung steigt

◦ wenn Eltern in der Lage sind, die Signale des Kindes aufmerksam wahrzunehmen Und nicht allzu sehr                       abgelenkt sind durch eigene Sorgen und Nöte oder durch das Nutzen z.B. von Handy, Computer oder TV

◦ wenn Eltern die Signale Ihres Kindes verstehen. Dass z.B. das Reiben des Ohres Müdigkeit bedeutet und ein                   Schluckauf beginnendes Ruhe- und Wärmebedürfnis anzeigen kann

◦ wenn Eltern die emotionale und körperliche Kraft haben, die Signale ihres Kindes zu beantworten  

◦ wenn Eltern statt Erziehungsideologien („Verwöhn Dein Kind bloß nicht!“) lieber ihrer Intuition folgen

◦ wenn Eltern wissen, dass der Körper ihres Kindes liebevolle Berührung und ein achtsames Handling braucht -             und ihm diese geben können

Was Eltern brauchen um gute Bindungspersonen für ihr Baby zu sein

Eltern brauchen auf jeden Fall Zeit und Ruhe, um gute Bindungspersonen für ihr Kind zu sein, damit sie die  Signale des Kindes kennen lernen können und verschiedene Reaktionen darauf zu erproben und um herauszufinden, was gut funktioniert sowie:

◦ Ausreichend eigenes seelisches und körperliches Wohlbefinden, also essen, trinken, schlafen, freundliche Kontakte

◦ Innere und äußere Sicherheit sowie Zuversicht: ‚Wir schaffen das schon. Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, kann ich um     Hilfe bitten.‘

◦ Informationen, um die Signale des Kindes verstehen zu können, falls das intuitive Wissen zu unsicher erscheint

Und was, wenn es schwierig wird?

Starke Belastungen können das Potential von Eltern einschränken: ein belastendes Geburtserlebnis und/oder eigene belastete Bindungserfahrungen, Beziehungskrisen, wirtschaftliche Sorgen, Krankheit oder Todesfall in der Familie.

 

All diese Faktoren können – nicht müssen! – die intuitiven Fähigkeiten reduzieren und die Möglichkeit, passend zu reagieren.

Um es Eltern zu erleichtern, eine ihrem Potential gemäße Bindungsperson zu werden, kann neben der Entlastung im Alltag durch Großeltern, FreundInnen oft auch eine individuelle Beratung hilfreich sein, die Eltern und Kind dabei hilft, einander besser zu verstehen.

© 2019  Rebecca Mack

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